03.12.2025
Auf Sprache und Bildung kommt es an
Am 2. Dezember 2025 lud die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Dr. Petra Loibl, MdL, bereits zum dritten Mal zum traditionellen Weißwurstfrühstück mit den konsularischen Vertretern der Länder des östlichen Europas, in denen vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des Kalten Krieges Deutsche gelebt hatten oder immer noch leben, ein. Mit zwölf Gästen war die Runde im Bayerischen Landtag so groß wie noch nie. Dabei ging es in dem angeregten Meinungsaustausch vor allem um die Förderung der deutschen Sprache in den Bildungseinrichtungen der Länder Ostmittel- und Südosteuropas sowohl für deutsche Muttersprachler als auch für die zahlreichen übrigen an deutscher Sprache, Geschichte und Kultur interessierten jungen Leute. Wie lassen sich geeignete Lehrkräfte dafür vor Ort und in Bayern gewinnen, und wie lässt sich deren Weiterbildung verbessern?
An der von der Beauftragten eingeladenen Runde der Generalkonsuln und Konsuln der Länder des östlichen Europas nahmen neben den Repräsentanten Ungarns, Polens, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Kroatiens, Sloweniens, Litauens und der Ukraine auch die diplomatischen Vertreter der zentralasiatischen Länder Kasachstan und Kirgisien teil. Das sind jene Staaten, auf deren Gebiet 1941 und in den Folgejahren zahllose Russlanddeutsche von den Sowjets verbracht worden waren, es vorher also noch keine autochthone deutsche Minderheit gegeben hatte. Mit dabei war ferner der Generalkonsul Österreichs als dem Nachbarland Bayerns, das nach Kriegsende gleichfalls viele Vertriebene aus dem Sudetenland und den deutschen Siedlungsgebieten im südöstlichen Europa aufgenommen hatte. Dabei bestätigte das große Interesse des diplomatischen Korps am Gesprächskreis mit der Beauftragten einmal mehr, wie sehr die Vertriebenen, Aussiedler und ihre Nachkommen in ihrer früheren Heimat als Brückenbauer geschätzt werden.
Nach einem kurzen Bericht der Beauftragten über die im Sinne der Anliegen der Vertriebenen und Aussiedler deutlich verbesserten Lage auf Bundesebene seit dem Regierungswechsel im Frühjahr 2025 entspann sich eine lebhafte Diskussion unter den anwesenden Generalkonsuln und Konsuln, wobei es vor allem um die Situation ihrer Landsleute in Bayern, was muttersprachlichen Unterricht betrifft, und spiegelbildlich die Lage der Angehörigen der deutschen Minderheiten in den Schulen ihrer Länder ging. Einhellig waren die Vertreter der Länder Ostmitteleuropas der Ansicht, dass es zu begrüßen wäre, wenn aus Deutschland mehr Lehrer zu ihnen entsandt würden. Das Interesse an der deutschen Sprache sei jedenfalls ungebrochen, und eine engere Zusammenarbeit wünschenswert. Ventiliert wurde auch die Idee, Lehrer aus dem östlichen Europa zu Fortbildungskursen nach Bayern zu entsenden, und inwieweit Onlineangebote bei der Sprachförderung hilfreich sein könnten. Abschließend waren sich alle Beteiligten einig im Wunsch, das Gespräch in dieser Runde regelmäßig fortzusetzen und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
